Ja. Alten Schmuck einschmelzen und daraus neue Trauringe machen ist möglich, nachhaltig und spart oft mehrere hundert Euro. Das Gold verliert dabei nichts von seiner Qualität — es bekommt nur eine neue Form.
Warum lässt sich Altgold zu neuen Trauringen verarbeiten?
Gold ist eines der wenigen Materialien, das sich ohne Qualitätsverlust einschmelzen lässt. Der Ehering eurer Großeltern besteht nach dem Einschmelzen buchstäblich in euren Ringen weiter. Nicht symbolisch, sondern physisch.
Dazu kommt der praktische Teil: Ihr braucht kein neues Gold zu kaufen. Bei aktuellen Goldpreisen macht das schnell mehrere hundert Euro aus. Und ihr umgeht die Frage, woher das Gold eigentlich stammt. Recyceltes Gold ist die nachhaltigste Variante, die es gibt.
Welcher Schmuck eignet sich — und welcher nicht?
Grundsätzlich eignet sich alles, was aus echtem Gold besteht: Ringe, Ketten, Armbänder, Ohrringe, auch Zahngold. Entscheidend ist der Feingehalt, also die Punze im Schmuckstück. 333er, 585er und 750er Gold lassen sich alle verarbeiten.
Ein paar ehrliche Einschränkungen:
- Vergoldeter Schmuck funktioniert nicht. Die hauchdünne Goldschicht auf Silber oder Messing lässt sich nicht sinnvoll zurückgewinnen.
- Weißgold mit hohem Nickelanteil aus älteren Jahrzehnten prüfen wir vorher genau, da moderne Legierungen andere Anforderungen haben.
- Sehr kleine Mengen unter etwa 8 bis 10 Gramm reichen für zwei Ringe oft nicht aus. Dann ergänzen wir mit Neugold — das Familiengold bleibt trotzdem im Ring.
Bringt den Schmuck einfach mit. Wir prüfen die Punzen und sagen euch vor Ort, was möglich ist.
Wie läuft das Einschmelzen ab?
Ihr bringt euer Altgold mit, wir wiegen es, prüfen den Feingehalt und besprechen, welche Legierung eure Ringe bekommen sollen. Aus 585er Altgold können wieder 585er Ringe werden, oder wir legieren auf einen anderen Farbton um. Aus Gelbgold lässt sich mit den richtigen Zusätzen auch Roségold machen.
Dann wird geschmolzen. Bei rund 1000 Grad verflüssigt sich das Gold im Tiegel, wird in eine Barrenform gegossen und zu einem Ringrohling gewalzt. Ab hier ist es normales Trauringschmieden: formen, runden, feilen, polieren.
Wenn ihr eure Ringe im Workshop in Erlangen selbst schmiedet, erlebt ihr genau diesen Moment mit. Ihr seht, wie Omas Kette flüssig wird und als Rohling für eure Ringe wieder erstarrt.
Was kostet die Verarbeitung von Altgold?
Ihr spart beim Material, nicht bei der Arbeit. Das Einschmelzen, Umlegieren und Prüfen ist zusätzlicher handwerklicher Aufwand — dafür entfällt der Goldpreis für das Neumaterial komplett oder größtenteils.
Ein Rechenbeispiel: Zwei schlichte Ringe aus 585er Gelbgold brauchen zusammen etwa 10 bis 14 Gramm. Bei aktuellen Goldpreisen entspricht das mehreren hundert Euro Materialwert. Bringt ihr genug Altgold mit, fällt dieser Posten weg.
Habt ihr mehr Altgold als nötig, wird der Überschuss angerechnet oder ihr bekommt ihn zurück. Nichts verschwindet.
Selbst schmieden oder anfertigen lassen — was passt zu euch?
Beide Wege führen zu Ringen mit Familiengeschichte, aber sie fühlen sich unterschiedlich an.
Im Trauring-Workshop schmiedet ihr eure Ringe selbst, mit dem eingeschmolzenen Familiengold als Ausgangsmaterial. Ein ganzer Tag Werkstatt in Erlangen — am Ende tragt ihr Ringe, die ihr mit euren eigenen Händen gemacht habt.
Wollt ihr ein komplexeres Design mit Steinbesatz oder aufwändigen Profilen, ist die Anfertigung durch die Goldschmiede der richtige Weg. Bei Linder Schmuckdesign, unserem Familienbetrieb seit 1989, wird euer Altgold zu individuell angefertigten Trauringen verarbeitet.
Viele Paare kombinieren beides: schlichte Ringe selbst schmieden, Gravur und Feinschliff übernimmt die Werkstatt.
Häufige Fragen zu Trauringen aus Altgold
Kann man jeden alten Ring einschmelzen?
Fast jeden, solange er aus echtem Gold besteht. Vergoldeter Schmuck geht nicht. Die Punze im Ring verrät den Feingehalt — wir prüfen das kostenlos.
Wie viel Altgold brauchen wir für zwei Trauringe?
Je nach Ringbreite und Größe etwa 8 bis 14 Gramm. Fehlt etwas, ergänzen wir mit Neugold. Ist zu viel da, wird der Rest angerechnet.
Bleibt es wirklich dasselbe Gold?
Ja. Das Gold aus eurem Familienschmuck steckt physisch in euren Ringen. Beim Umlegieren kommen nur die Zusatzmetalle für Farbe und Härte dazu.
Kann aus Gelbgold Weißgold oder Roségold werden?
Roségold ja, das ist unkompliziert. Weißgold ist aufwändiger, weil dafür ein hoher Anteil an Weißmetallen nötig ist. Wir beraten euch, was mit eurem Altgold sinnvoll ist.
Verliert das Gold beim Einschmelzen an Wert?
Nein. Ein kleiner Schmelzverlust von wenigen Prozent ist normal — die Qualität des Goldes bleibt vollständig erhalten.
Was kostet der Workshop insgesamt, wenn wir Altgold mitbringen?
Das hängt von Ringbreite, Größe und Menge des Altgolds ab. Mehr dazu: Was kostet ein Trauring-Workshop?
Familienschmuck wird nicht weggeworfen und nicht verkauft. Er wird zu etwas Neuem. Etwas, das ihr jeden Tag tragt.
Bringt ihn mit in die Werkstatt in Erlangen — wir schauen gemeinsam, was drinsteckt.